Inhalt - Informatik: Stagnierende Löhne und Lohngleichheit für Frauen

Informatik: Stagnierende Löhne und Lohngleichheit für Frauen

Zürich, 17. September 2013 -- Die Durchschnittslöhne von Informatikern stagnieren und die Altersverteilung passt sich immer mehr dem schweizerischen Mittel an, das zeigt die umfassende Umfrage zu den Schweiz ICT-Salären. Erstmals zeigt „Saläre der ICT 2013“ auf, dass Frauen in der Informatik praktisch den gleichen Lohn wie Männer für gleiche Arbeit erhalten.

Drei Schlüsse kann man aus „Saläre der ICT 2013“ der umfassendsten Schweizer Umfrage der Branche für das Gros der Schweizer Informatiker ziehen:

1. Stiegen die Durchschnittslöhne der InformatikerInnen seit 2005 zwischen 0.8 und 2.6% pro Jahr, so stagnieren die Saläre aktuell (Anstieg: 0.21%). Dies ist das niedrigste Wachstum seit 10 Jahren. „Dies könnte auf Veränderungen in der Finanzbranche zurückzuführen sein, welche auch Informatikern überdurchschnittliche Löhne bezahlt“, so Paul Brodmann, Leiter der swissICT-Arbeitsgruppe „Saläre der ICT“. Nach wie vor beträgt der durchschnittliche Informatikerlohn CHF 112'500.- (Median für die Kompetenzstufen Junior, Professional und Senior) und liegt damit deutlich über dem Schweizer Durchschnitt (CHF 5‘797.-/Monat, BfS 2013).

2. Erstmals ausgewertet wurden die Lohnunterschiede von weiblichen und männlichen Informatik-Fachkräften in den meist verbreiteten Berufen und Kompetenzstufen. Das Ergebnis: ICT-Firmen scheinen ihren weiblichen Angestellten der Kompetenzstufen „Junior“, „Professional“ und „Senior“ durchschnittlich fast denselben Lohn wie männlichen Kollegen zu bezahlen: 1.6% beträgt der Lohnunterschied bei „Junior“, 3.5% bei „Professional“ und 3.2% bei „Senior“ im Durchschnitt 2011 bis 2013 (Lohndifferenz im schweizerischen Mittel: 18%, BfS 2013). Zudem hat der Lohnunterschied in diesen drei Jahren kontinuierlich abgenommen und beträgt 2013 für die drei Stufen unter 2%.

„Dieses Resultat ist sehr erfreulich“, sagt Paul Brodmann. “Wir führen es auf zwei Faktoren zurück: Zum einen ist die Informatikbranche relativ jung und hat keine „alten Zöpfe“ abzuschneiden. Zum zweiten versuchen viele Firmen mit angemessenen Salären die Informatik speziell für Frauen attraktiver zu machen.“

3. Gut schweizerisch zeigt sich die Informatik, was die Altersverteilung von Fachleuten angeht: 47.5% sind aktuell über 45 Jahre alt und der Anteil jüngerer Fachkräfte (bis 29jährig) sank zwischen 2003 und 2013 von 14.2% auf heute noch 9.4%. Dies bestätigt Indizien aus früheren Jahren, dass das Alter der ICT-Mitarbeitenden steigt und sich dem schweizerischen Mittel annähert.

Weitere Informationen

Methodische Hinweise

  • „Saläre der ICT 2013“ basiert auf 21‘374 ICT-Salärnennungen von 210 KMUs und Grossunternehmen in der Schweiz aus allen Branchen und umfasst ca. 12% aller Informatiksaläre (177‘000 Fachkräfte, Schätzung ICT-Berufsbildung Schweiz).
  • 1. Aussage: „Durchschnittslohn“ bezieht sich auf den Median „Basis-Einkommen“ über alle Berufsbilder, Altersstufen, Ausbildungsniveaus, Betriebsgrössen und Regionen in den Kompetenzstufen S1 bis S3 (Junior, Professional, Senior).
  • 2. Aussage: Die Kompetenzstufen S1 – S3 zeigen einen Frauen-Anteil von 21.1% (S1), 17.1% (S2) und 11.1% (S3) an den Salärnennungen und entsprechen mehrheitlich dem auf 13% geschätzten Frauenanteil in der Informatik. Bei den Kaderstufen ist die Anzahl Nennungen für aussagekräftige Schlüsse zu gering.

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