Inhalt - Informatik-Saläre: Markante regionale Unterschiede

Informatik-Saläre: Markante regionale Unterschiede

Zürich, 1. November 2012

Arbeitet ein Informatiker in der Zentralschweiz, so verdient er etwa 14% weniger als ein Informatiker in Zürich. Auch zu andern Regionen bestehen merkliche Unterschiede im Lohnniveau, und sie verschärfen sich, dies zeigt die Salärstudie von SwissICT. Gleichzeitig werden die Informatiker immer älter.

Rund 115‘000 Franken verdient ein Informatiker in der Region Zürich, in der Zentralschweiz sind es 100’000 Franken und in der Ostschweiz 101’000 Franken. Diese markanten Gehaltsunterschiede ergab „ICT-Saläre 2012“, die diesjährige Salärumfrage von SwissICT.

Der grösste Fachverband der ICT-Branche wertete für seine jährliche Salärumfrage rund 24‘000 Nennungen von aktuellen Informatikerlöhnen aus. Die Unterschiede zwischen den Regionen mit den niedrigsten und den höchsten Gehälter beträgt rund 14%. Verglichen mit den Erhebungen früherer Jahre haben die regionalen Unterschiede zugenommen. So betrugen sie in der Periode der Jahre 2007 bis 2009 etwa 10%.

SwissICT-Präsident Dr. Thomas Flatt ist überrascht: „Die Unterschiede können teilweise mit den überdurchschnittlichen Löhnen der zahlreichen Informatiker in der Zürcher Finanzbranche erklärt werden, aber nicht allein. Wir müssen diese Entwicklung aufmerksam verfolgen.“


Generell stiegen die Informatikerlöhne: 2012 verdient ein Schweizer Informatiker rund 1.7% mehr als noch im Vorjahr (nicht teuerungsbereinigt).

Informatiker werden immer älter
Wer sich unter einem Informatiker einen jungen Berufstätigen vorstellt, sieht sich durch die SwissICT-Studie eines besseren belehrt. Sie besagt, dass das Durchschnittsalter der Schweizer Informatiker in den letzten Jahren auf 42.7 Jahre anstieg. V.a. der Anteil an über 45jährigen Informatikern nimmt stetig zu. So gleicht sich die Altersverteilung der Informatiker immer mehr dem schweizerischen Durchschnitt der Beschäftigten an.

Ein zweiter Schluss lässt sich aus „ICT-Saläre 2012“ ziehen: Da der Anteil an Informatikern bis zum Alter von 29 Jahren etwa gleich blieb, bedeutet dies vermutlich, dass anteilsmässig etwa gleich viele Informatiker in die IT einsteigen wie früher. Allerdings umfasst dies sowohl in der Schweiz ausgebildete Fachkräfte, wie auch aus dem Ausland zugezogene Informatiker. Beides zusammen reicht nicht, um den aktuellen Fachkräftemangel zu kompensieren.

SwissICT-Präsident Dr. Thomas Flatt: „Das steigende Durchschnittsalter ist ein weiteres Indiz für die Nachwuchsproblematik in der IT. Bei der Lösung dieses Problems stehen jetzt alle in der Pflicht: Die Grundschule, die Fachhochschulen und die Universitäten. Aber auch die Unternehmen müssen ihren Beitrag erhöhen – und zwar schnell. Es braucht mehr Lehrstellen und noch attraktivere berufliche Perspektiven.“

Zur Studie: Rekordanzahl Salärnennungen
Die von SwissICT unter Beteiligung von GRI (Groupement Romand de l’Informatique) jährlich durchgeführte Studie ist die umfassendste statistische Erhebung und Auswertung der Salärentwicklung im Informatikmarkt Schweiz. Die Erhebung basiert auf einer Rekordzahl von Salärnennungen: 24‘133 Nennungen von 261 Firmen, von kleinen IT-Anbietern wie grossen IT-Arbeitgebern (2011: 241 Firmen / 22‘151 Nennungen).

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