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Patrick Haller, ICT System-Administrator Microsoft

Patrick Haller hat einen Job mit 4 Diensten und beschäftigt sich mit Informatik-Störungen. Er weiss also nur selten, was der morgige Tag bringen wird. Dabei hilft dem Quereinsteiger etwas, das er beim Eishockey gelernt hat: Gelassenheit.

    • Ich bin Patrick Haller

      Patrick Haller, ICT-Systemadministrator Microsoft (Foto: Markus Lamprecht)

    • Mein Job

      Vier Dienste –  ein Job

      "Als System-Administrator bei BKW arbeite ich abwechslungsweise in vier unterschiedlichen Diensten. Mit diesen Diensten versuchen wir täglich Störungen bei den eingesetzten Software-Produkten frühzeitig zu erkennen, zu lösen und neue zu verhindern. Ich komme dann zum Einsatz, wenn Fehler in der Programmierung, bei der Installation oder der Konfiguration auftreten. Da wir, die BKW Energie AG, unter anderem im Stromhandel aktiv sind, was vergleichbar mit dem Aktienhandel ist, darf es keine Informatikausfälle geben. Ein Ausfall würde immense Kostenfolgen mit sich bringen.

      Dienst 1 und 2 - Service Calls und Server-Monitoring

      Dienst 1 und 2 nennt sich „Service Calls und Server-Monitoring“. Hier werden komplexe technische Probleme gelöst, die die Kollegen vom Service Desk nicht alleine beheben können. Das kann beispielsweise ein Ausfall des im Arbeitsalltag nicht wegzudenkenden Programms „Outlook“ sein. Solche Fälle müssen rasch behoben werden, so dass die Mitarbeitenden in ihrer Arbeit nicht eingeschränkt werden.

      Weiter beobachte ich in diesem Dienst die Server damit ich mögliche Fehler frühzeitig erkennen und aktiv beheben kann. Dazu gehören auch Arbeiten wie die Datenbank-Administration oder die Kontrolle der täglichen Backups.

      Dienst  3 - Pikett

      Der dritte Dienst besteht vorwiegend aus Pikettarbeiten. Das heisst, dass ich abends nach der Arbeit auch zuhause innerhalb von 15 Minuten online sein muss, wenn ich angerufen werde. Dies ist ein sehr spannender Teil meiner Arbeit, da ich an die unterschiedlichsten Herausforderungen gelange und nie zum Voraus weiss, ob und was auf mich zukommen wird.

      Dienst  4  - Freestyle

      Der vierte Dienst nennen wir „Freestyle“. Wenn ich dort eingeteilt bin nehme ich Produktverantwortungen wahr, pflege die Dokumentationen der Systeme und nehme Changes (Änderungen) an den Systemen vor. Dabei überwache ich, dass alle gewünschten Änderungen zuerst gut getestet werden bevor ich sie an den produktiven Systemen vornehme.

      In Ruhephasen aktualisiere ich die Betriebshandbücher, die detailliert beschreiben wie unsere IT-Systeme funktionieren und was für den Betrieb und zur Problemlösung nötig ist.

      "Überwiegend Teamarbeit"

      Ich arbeite in einem 12köpfigen Team, wo ich so viele Probleme wie möglich selbst löse. Wenn ein System aber ganz ausfällt und es zeitkritisch ist oder ich selbst einfach nicht weiterkomme, dann ziehe ich einen Engineer bei. Zu mindestens 70% arbeite ich im Team und höchstens 30% alleine.

      Teamarbeit ist bei uns sehr wichtig, da wir nicht nur zusammen Probleme lösen, sondern auch unser Wissen untereinander austauschen können. Wir kennen die Software-Produkte so gut wie unsere Westentasche, arbeiten aber gelegentlich auch mit allen auf dem Markt vorhandenen Technologien. Da sind die Teamarbeit und der Wissensaustausch nicht wegzudenken, wenn wir effizient Fehler zu beheben wollen.

      Lust auf Projekte

      Wer sich für andere Bereiche interessiert, kann bei BKW seinen Horizont erweitern. Zurzeit arbeite ich in einem Projektteam, das eine bisher separate Informatik mit derjenigen der BKW zusammenführt. Hier kann ich nicht nur meine Erfahrung einbringen sondern auch viel dazulernen und mit neuen Leuten zusammenarbeiten. Ich finde es spannend, in solchen Projekten mitzuarbeiten und bin froh, dass ich in einem Unternehmen dieser Grösse solche Möglichkeiten geboten bekomme.

      Kein Stereotyp

      Gelernt habe ich ursprünglich Kunstglaser für Kirchenglasfenster und Wappenscheiben. Da dieser Beruf ausstirbt, liess ich mich mit 37 Jahren zum zertifizierten PC/LAN-Supporter umschulen. Anschliessend habe ich mich zum System-Administrator weiterentwickelt.

      Mein Werdegang und die Konstellation unseres Teams unterstreichen die Tatsache, dass es den typischen Informatiker nicht gibt. Bei uns findet man alle Charaktertypen; vom introvertierten bis zum extrovertierten – es braucht sie alle, um als Ganzes zu funktionieren.

      „Man muss gleichzeitig flexibel und konsequent sein“

      Als System-Administrator muss ich in heiklen Situationen Verantwortung übernehmen, die Bedeutung einer Störung richtig werten und mit klarem Kopf handeln können. Wenn ich beispielsweise Pikett-Dienst habe kann es vorkommen, dass ich mitten in der Nacht einen Anruf erhalte und mir jemand mitteilt, dass einige Systeme nicht mehr laufen. Dann muss ich trotz plötzlicher Hektik ruhig bleiben und versuchen das Problem in den Griff zu bekommen.

      Man muss gleichzeitig flexibel und konsequent sein: Einerseits muss ich die definierten Prozesse einhalten und andererseits flexibel auf wechselnde Anforderungen reagieren können.

      „Die Gelassenheit des Schiedsrichters hilft mir im Berufsalltag“

      Mein Sohn hat in meiner Freizeit höchste Priorität. Da es die Zeit zulässt, bin ich seit drei Jahren Eishockey-Schiedsrichter in der 3. und 4. Liga sowie bei den Novizen Top der Region Bern. Ich pfeife etwa 25 bis 30 Spiele pro Saison.

      Als Schiedsrichter darf man keine Emotionen zeigen, da das Spiel sonst auf einem selber fokussiert wird. Ich musste erst lernen, wie man ruhig bleibt und keine Miene verzieht. Heute hilft mir die gelernte Gelassenheit in hektischen Zeiten auch im Beruf.

      „Jeder Tag ist anders – und spannend“

      In meinem Beruf muss man Freude an Technik und an Teamarbeit haben. System-Administrator ist ein Beruf für Menschen, die kein Problem damit haben, dass sie heute nicht wissen, was es Morgen alles zu tun gibt."

      Die BKW  

      Die BKW-Gruppe ist eines der bedeutendsten Schweizer Energieunternehmen. Sie beschäftigt mehr als 3’000 Mitarbeitende und deckt alle Stufen der Energieversorgung ab: von der Produktion über Transport und Handel bis hin zum Vertrieb. Direkt und indirekt über ihre Vertriebspartner versorgt die BKW mehr als eine Million Menschen mit Strom. Der BKW-Produktionspark umfasst Wasserkraftwerke, Kernkraftwerke, Gaskombikraftwerke und Anlagen mit neuen erneuerbaren Energien in der Schweiz und im Ausland.