Inhalt - Applikationsentwickler

Nicolà Parpan, Applikations-Entwickler

Seine Chefs sind eher Kollegen und Nicolà Parpan schätzt an seinem Beruf speziell, dass er direkt ein Produkt sieht. In seinem Falle ist dies eine App für mobile Geräte, die Patienten hilft.

    • Ich bin Nicolà Parpan

      Nicolà Parpan (Foto: Markus Lamprecht)

    • Mein Job

      „Ich habe grossen Einfluss“

      „Ich arbeite jeden Tag an unserer Applikation. Diese App läuft momentan auf Tablets und PC und hilft Menschen mit chronischen Schmerzen. Ich mache bei der App fast alles, inklusive das, was die Besucher sehen, dies umfasst die Grafik, die Logik dahinter als auch die Kommunikation zwischen dem Tablet und dem Server.

      Ich habe einen grossen Teil unserer App gemacht. Wir sind ein sehr kleines Team und ich bin zur Zeit der einzige Entwickler der 100% daran arbeitet, aber ich bin nicht allein: Mein Ansprechpartner ist oft der IT-Chef, der sich um die Server-Programmierung kümmert und um die Schnittstellen zwischen den einzelnen Geräten.

      Wir sind ein Start-up und arbeiten mit der Universität Zürich im Rahmen eines Forschungsprojektes zusammen. Monatlich besprechen wir das „Big Picture“ mit medizinischen Experten, welche uns beraten.

      Meine Arbeit ist cool, weil man direkt ein Produkt sieht. Man sieht, was man macht und ich kann mich sehr gut in die Entwicklung der App einbringen. Das ist anders als in einer Grossfirma. Gutes Feedback macht mich stolz, ich bin aber auch verantwortlich, falls etwas nicht so läuft. Ich kann also sehr viel selbst steuern und auch meine ganz eigenen Ideen einbringen.

      „Die Chefs sind eher Kollegen“

      Ich habe auch Spass an der familiären Teamarbeit mit Gleichaltrigen, die Chefs sind eher Kollegen. Als Start-Up haben wir die Hoffnung, gemeinsam etwas Grosses zu machen und Erfolg zu haben. Wenn‘s klappt, kann ich sagen „ich war von Anfang an dabei“.

      Dass wir als Firma Erfolg haben werden, dafür gibt es keine Garantie, das ist aber nicht so ein grosses Problem für mich.Ich kam nach dem Bachelor-Studium hierher und kann jetzt etwas ausprobieren. Ich bin ein Mitarbeiter, kein Investor oder Aktionär, ich beziehe Lohn und trage auch kein direktes Risiko, falls der Erfolg doch ausbleiben sollte.

      Wir wollen jeden Monat etwas Neues ankündigen und es gibt Milestones der Investoren, aber der Druck ist anders als bei einer normalen Firma. Auch wenn wir in zwei Jahren zusammenpacken müssten, so ist es für mich trotzdem eine super Arbeit und eine super Erfahrung.

      Ich würde bei einer Bank sicher mehr verdienen, aber wenn wir Patienten unterstützen können, dann ist das für mich auch motivierend. Heute verstehe ich mehr von medizinischen Aspekten, man wächst mit der Zeit ins Thema hinein.

      „Ich will Resultate sehen“

      Am Programmieren schätze ich speziell, dass ich etwas kreieren kann. Am Anfang ist alles nur eine Vorstellung und am Schluss kann ich das Resultat meiner Arbeit sehen. Eigentlich habe ich Wirtschaftsinformatik studiert, aber das wäre mir jetzt zu theoretisch, man macht vor allem Pläne, ich aber möchte lieber Resultate sehen.

      Ich war nicht überragend in Mathematik an der Schule, dies war einer der Gründe warum ich nicht an die ETH, sondern an die Uni ging, da roch es für mich nach weniger Mathe. Probleme während des Studiums hatte ich deswegen jedoch nie und bis heute kam ich nie in eine Situation, in der ich dachte „jetzt müsste ich besser sein in Mathe“. Ich war im Gymi besser in Wirtschaftsfächern und verbrachte privat auch viel Zeit am Computer, Games mochte ich besonders. Als Kombination aus Wirtschaft und Informatik wählte ich so schliesslich Wirtschaftsinformatik für mich als Studienfach.

      Ich hatte vor meiner Zeit an der Uni noch nie programmiert, aber ich kam sehr schnell hinein und habe die Konzepte verstanden, so habe ich schnell gemerkt, was alles möglich ist. Mittlerweile bin ich glaube ich ziemlich gut darin und ich habe meine Berufswahl nie bereut.

      Apps für mobile Geräte und alles was dazugehört sind sehr neu und vieles ändert sich schnell. Es kommt ein neuer Browser und plötzlich kann man etwas Neues machen. Zum Teil programmiere ich etwas und einen Monat später ginge es auf eine neue Weise viel einfacher. Im Laufe der Zeit kriegt man einen besseren Überblick, aber man muss immer up-to-date bleiben. Darum lese ich auch täglich in Blogs und spannende Artikel.

      „Mein Hobby bedeutet für mich Freiheit“

      Mein Hobby – Kiten – spielt eine sehr grosse Rolle für mich. Ich fahre so häufig wie möglich heim und kite in Silvaplana, ebenso geht es in den Ferien fast immer dafür ans Meer. Es ist zeit- und materialaufwändig, das kann ich nicht einfach am Abend machen. Manchmal freut man sich aber auch auf das Wochenende und dann hat’s keinen Wind. Im Winter gehe ich mit dem Snowboard snowkiten. Dann denke ich nie an die Arbeit, es ist pure Freiheit und der Moment gehört mir. Auch meine anderen Hobbies finden grösstenteils Outdoor statt, weg vom Büro und logischem Denken.

      „In der Informatik kann man sich ein Stück selbst verwirklichen“

      Ich finde, man sollte in die Informatik, weil man eigene  Idee umsetzen kann, weil man sich ein Stück selbst verwirklichen kann und weil Programmieren Spass macht, gerade auch in einem kleinen Team. Ich würde mit keinem meiner früheren Schulkollegen tauschen wollen.“

      Sanovation AG

      Sanovation ist ein Software-Entwicklungsunternehmen. Es entwickelt ein intelligentes Schmerztagebuch für Patienten mit chronische Schmerzen. Patienten können ihre Schmerzen detailliert erfassen und finden zukünftig Auswertungen über wahrscheinliche Diagnosen und vielversprechende Behandlungen. Das Start-up aus Glattbrugg hat 2012 den renommierten W.A. de Vigier Entrepreneurship Prize gewonnen, das interdisziplinäre Team besteht momentan aus 9 Personen.